Was Aktionen für bestehende Wettkunden in Österreich tatsächlich kosten
Ladevorgang...
Stand: November 5, 2026 · Geprüft gegen die Bewilligungsregister der Länder und die Wettordnungen der Anbieter.
Wer bei einem österreichischen Wettanbieter bereits ein Konto hat, bekommt die Werbung der Stunde kaum noch zu sehen. Die großen Willkommenspakete sind abgeholt, die Boni der ersten Einzahlung längst verbraucht. Übrig bleiben die Aktionen, die im Kleingedruckten als „Reload“, „Cashback“ oder „FreeBet“ laufen, und sie sind das, was ein Bestandskunde vom Anbieter noch bekommt. Die Frage ist nicht, ob es ein solches Angebot gibt, sondern was es kostet, bis es zu Geld wird.
Genau das ist der Schnitt dieser Übersicht. Wir vergleichen zehn Anbieter danach, was eine Bestandskunden-Aktion tatsächlich an Einsatz, Umsatz und Zeit vom Wettkunden verlangt. Wir trennen die sechs Anbieter mit einer Bewilligung eines Bundeslandes von jenen vier, die auf einer ausländischen Lizenz arbeiten und in Österreich keine Bewilligung vorlegen können. Wir gehen die Bedingungen durch, die der Wettkunde in der Wettordnung findet, nicht die, die auf der Startseite stehen. Und wir rechnen am Ende nach, was eine 2,00er-Wette bei 5 Prozent Wettgebühr übrig lässt, weil das seit dem 1. April 2025 die Mathematik jedes österreichischen Sportwettens ist.
Diese Übersicht ersetzt keine Wettordnung. Sie liest die Wettordnungen und schreibt auf, was dort steht.
Die zehn Anbieter im Überblick
| Anbieter | Österreichische Bewilligung | Betreiber / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| tipp3 | Bewilligung der NÖ Landesregierung | Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H., Wien (NÖ Wettgesetz, Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020) |
| win2day Sportwetten | Bewilligung der NÖ Landesregierung | Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH, Wien (NÖ Wettgesetz) |
| Merkur Bets | Bewilligung eines Bundeslandes (nicht im Einzelnen ausgewiesen) | Merkur Group, Gerasdorf bei Wien (Markenstart Juni 2025) |
| Vierklee | Bewilligung der Tiroler Landesregierung | Vierklee Wettbüro GmbH (Zl. IIa.10.065/144-0) |
| Starsportwetten | Bewilligung eines Bundeslandes (nicht im Einzelnen ausgewiesen) | Star Sportwetten GmbH (Bescheid 08.03.2022, ohne genanntes Land) |
| Admiral | Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz | ADMIRAL Sportwetten GmbH, Gumpoldskirchen |
| Ybets | ohne österreichische Bewilligung | Anjouan ALSI-202411003-FI1 |
| NEO.bet | ohne österreichische Bewilligung | MGA Malta |
| 22Bet | ohne österreichische Bewilligung | Curaçao |
| Hahaspin | ohne österreichische Bewilligung | Lizenzstatus nicht feststellbar |
Die erste Hälfte ist über die Landkarte verstreut: Niederösterreich, Tirol, Oberösterreich, dazu zwei Marken, deren Bewilligung das Bundesland nicht eigens nennen. Die zweite Hälfte arbeitet auf Lizenzen aus Anjouan, Malta oder Curaçao. Beide Gruppen werden hier verglichen, weil österreichische Wettkunden beiden begegnen, aber sie werden nicht gleichgesetzt: Eine Land-Bewilligung bringt die Aufsicht des Landes und die Anlaufstelle des Landesrechts mit sich, eine ausländische Lizenz bringt das nicht.

Was eine Aktion für Bestandskunden von einem Neukundenangebot unterscheidet
Der Willkommensbonus ist an die erste Einzahlung gebunden. Er kommt einmal, er gilt einmal, und er ist meistens so groß, dass er einen Großkundenstamm im Hintergrund des Anbieters voraussetzt. Die Aktion für Bestandskunden kommt danach. Sie ist kleiner, weil sie den Bestandskunden nicht mehr anwerben muss, und sie wird häufiger, weil sie den Bestandskunden zum Bleiben bewegen soll.
In der Sache ist der Unterschied vierfach. Erstens: Beim Neukundenangebot ist die Aktion an die Ersteinzahlung gekoppelt, beim Bestandskundenangebot nicht zwingend, sondern oft an einen Reload, an ein bestimmtes Spiel oder an ein Turnier. Zweitens: Die Mindestquote, ab der ein Einsatz zum Umsatz zählt, liegt im Bestandsbereich meist näher am Marktmittel als im Neukundenbereich, wo sie bewusst hoch angesetzt wird, um den Umsatz zu strecken. Drittens: Die Frist, in der die Umsatzbedingung erfüllt sein muss, ist im Bestandsbereich häufig kürzer, weil der Wettkunde schon im Spiel ist und der Anbieter auf Tempo setzt. Viertens: Die FreeBet, die der Bestandskunde bekommt, ist seltener eine „risikofreie Wette“, sondern eine Wette, deren Einsatz im Erfolg nicht zurückgezahlt wird.

Diese vier Punkte sind es, die den Preis einer Bestandskundenaktion bestimmen. Die Bewertung der zehn Anbieter unten liest sich daher auch als Bewertung dieser vier Punkte.
Wer in Österreich was darf
In Österreich gibt es keine Bundeslizenz für Sportwetten und keine Bundesliste der Wettanbieter. Sportwetten sind nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs kein Glücksspiel im Sinne des Glücksspielgesetzes, sondern ein Geschicklichkeitsspiel, und sie werden daher von den Bundesländern bewilligt (VwGH 2.7.2015, Ro 2015/16/0019). Jedes der neun Bundesländer hat ein eigenes Wettgesetz und eine eigene Landesregierung als Behörde. Niederösterreich etwa mit dem NÖ Wettgesetz vom 27.05.2020 (LGBl. Nr. 58/2020), Wien mit dem Wiener Wettengesetz (LGBl. Nr. 26/2016), Oberösterreich mit dem Oö. Wettgesetz.
Eine Bewilligung deckt nur das Land, das sie ausgestellt hat. Wer in Niederösterreich bewilligt ist, darf in Niederösterreich annehmen, in Wien gelten die Wiener Regeln, in Oberösterreich die oberösterreichischen. Für Online-Wetten ist nach dem VwGH (9.4.2026, Ra 2025/02/0037) der Serverstandort des Anbieters der Anker, nicht die IP-Adresse des Wettkunden. Das verschiebt die Frage „bin ich hier legal?“ von der Adresse des Wettkunden auf den Ort, von dem aus der Anbieter seine Daten liefert, und es ist die einzige Frage, auf die das Landrecht derzeit eine Antwort hat. Eine nationale Auskunft „dieser Anbieter darf in ganz Österreich Sportwetten anbieten“ existiert nicht.
Für den Wettkunden heißt das dreierlei. Erstens: Es gibt keine bundesweite Selbstsperre für Sportwetten. Wer sich bei einem Anbieter sperrt, ist bei einem anderen nicht gesperrt. Zweitens: Es gibt kein bundesweites Einzahlungslimit für Sportwetten. Jeder Anbieter setzt sein eigenes, und er darf es. Drittens: Es gibt keine Bundesliste, gegen die man die Bewilligung eines Anbieters prüfen könnte. Wer prüfen will, muss das Impressum des Anbieters lesen und dort das Land und die Aktenzahl suchen.
Wer ohne österreichische Bewilligung arbeitet
Vier der zehn Anbieter in dieser Übersicht sind in Österreich nicht bewilligt: Ybets, NEO.bet, 22Bet und Hahaspin. Sie arbeiten auf Lizenzen aus Anjouan, Malta und Curaçao, und Hahaspin lässt sich auch auf Nachfrage keine Lizenz entlocken. Für österreichische Wettkunden heißt das: Die Bewilligung des Landes fehlt, damit fehlt die Aufsicht des Landes, damit fehlt die Anlaufstelle des Landes. Wer mit einem dieser Anbieter ein Problem hat, kann sich an keine österreichische Behörde wenden, sondern an die Stelle, die die Lizenz ausgestellt hat.
Die Rechtslage ist nicht so eindeutig, wie sie auf den ersten Blick klingt. Sportwetten sind kein Glücksspiel im Bundesrecht; die Landgesetze binden die Bewilligung an den Ort des Anbieters, nicht an den Ort des Wettkunden. Es ist ungeklärt, ob das Setzen einer Wette bei einem ausländischen Anbieter aus Österreich heraus eine Verwaltungsübertretung des Wettkunden ist. Es ist ebenfalls ungeklärt, ob der Verlust einer solchen Wette vor einem österreichischen Gericht zurückgefordert werden kann; solche Urteile gibt es für Casino und Poker, für Sportwetten bisher nicht.
Wer mit einem nicht bewilligten Anbieter wettet, spielt damit nicht zwingend gegen ein Gesetz. Wer mit einem bewilligten Anbieter wettet, spielt mit dem Rahmen eines Landes. Das ist der Unterschied, den die Tabelle zeigt, und es ist der Unterschied, der über die Spalte „österreichische Bewilligung“ hinausgeht.
Schutz für Wettkunden: was die Anbieter selbst regeln
Die Anbieter mit Land-Bewilligung setzen den Spielerschutz in eigener Regie um, und sie tun das in einer Weise, die sich von Anbieter zu Anbieter unterscheidet. tipp3 etwa bietet eine Spielpause von einem, drei oder sechs Monaten, in der das Guthaben im Konto bleibt, sowie eine Selbstsperre von einem, zwei oder drei Jahren, nach der das Restguthaben auf das verknüpfte Bankkonto ausgezahlt wird. Beide Sperren sind nach Beginn nicht mehr aufhebbar. win2day setzt beim Einzahlungslimit an: bis 26 Jahre maximal 250 € pro Woche, ab 26 Jahre maximal 1.680 € pro Kalendermonat, auf Antrag erhöhbar, Gewinne zählen nicht zum Limit. Bei tipp3 ist die Bargeldeinzahlung und -auszahlung über Annahmestellen zusätzlich auf 1.000 € pro Woche begrenzt.
Bei den nicht bewilligten Anbietern fehlt dieser Rahmen. Sie bieten ihre eigenen Limits an, sie haben ihre eigenen Sperren, sie ziehen ihre eigenen Grenzen. Keine dieser Sperren wird von einer österreichischen Stelle anerkannt, keine dieser Limits ist mit einer österreichischen Stelle abgestimmt. Wer sich bei einem nicht bewilligten Anbieter sperrt, sperrt sich nur dort.
Hilfe bei Spielproblemen bietet in Österreich die Bundesstelle für Spielsucht und ihre Seite playsponsible.at. Sie ist die Anlaufstelle für Spieler aller Spiele, und sie ist die Anlaufstelle, die eine Selbstsperre bei einem Anbieter ergänzen kann, aber nicht ersetzt.
Die Mechanik der Bestandskundenaktion
Eine Bestandskundenaktion besteht aus vier Teilen: dem Bonus selbst, der Umsatzbedingung, der Mindestquote und der Frist. Wer einen davon übersieht, bezahlt den Bonus, ohne ihn zu bekommen.
Der Bonus ist die Gutschrift, die der Anbieter verspricht. Sie kann ein fester Betrag sein, ein Prozentsatz auf eine Einzahlung oder eine FreeBet. Bei FreeBets wird der Einsatz im Erfolg nicht ausgezahlt; der Wettkunde bekommt nur den Gewinn über dem Einsatz.
Die Umsatzbedingung ist das, was die meisten Wettkunden unterschätzen. Sie verlangt, dass der Wettkunde den Bonusbetrag oder den Bonus plus die Einzahlung eine bestimmte Anzahl Male zu einer Mindestquote setzt, bevor der Bonus zu auszahlbarem Geld wird. Sechs Mal Bonus ist üblich. Bei einer Mindestquote von 1,50 ist jeder zweite Tipp unbrauchbar, weil er nicht zählt.
Die Mindestquote entscheidet, welche Wetten zählen. Liegt sie bei 1,50, zählen Außenseitersiege in der unteren Liga nicht, Kombiwetten schon, weil eine Quote über 1,50 leicht zu erreichen ist. Liegt sie bei 1,80 oder 2,00, fällt die Auswahl kleiner aus, und der Wettkunde muss suchen.
Die Frist entscheidet, ob die Umsatzbedingung überhaupt erfüllbar ist. Dreißig Tage sind bei einem kleinen Bonus knapp, bei einem großen Bonus unrealistisch. Wer die Frist verpasst, verliert Bonus und Umsatz.
Was die Wettgebühr seit dem 1. April 2025 mit jeder Aktion macht
Seit dem 1. April 2025 unterliegen in Österreich alle Einsätze auf Sportwetten einer Wettgebühr von 5 Prozent (§ 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG in der Fassung BGBl. I Nr. 7/2025). Sie wird vom Anbieter geschuldet, nicht vom Wettkunden, aber die Anbieter geben sie weiter. tipp3 etwa trägt die Gebühr bei verlorenen Wetten selbst und zieht 5 Prozent vom Gewinn ab, wenn die Wette gewinnt.
Die Rechnung ist auf den ersten Blick klein und auf den zweiten Blick ein Dauerabzug. Bei einem Einsatz von 10 € und einer Quote von 2,00 beträgt der Bruttogewinn 20 €, die Gebühr 1 €, der mögliche Gewinn 19 €. Bei einer Quote von 1,50 sinkt der Bruttogewinn auf 15 €, die Gebühr bleibt bei 0,75 €, der mögliche Gewinn bei 14,25 €. Bei einer Quote von 3,00 steigt der Bruttogewinn auf 30 €, die Gebühr auf 1,50 €, der mögliche Gewinn auf 28,50 €.
Die Gebühr zieht also nicht linear, sondern proportional. Bei kleinen Quoten kostet sie relativ mehr, bei großen Quoten relativ weniger. Für die Frage, ob eine Bestandskundenaktion den Einsatz wert ist, verschiebt sie die Quote, ab der eine Wette sinnvoll wird, um ein paar Hundertstel nach oben. Für die Frage, wie viel ein Bonus wirklich wert ist, ist sie Teil der Rechnung.
Wie die Anbieter die FreeBet behandeln
Die FreeBet ist das Standardangebot für Bestandskunden. Sie kommt nach einer Einzahlung, nach einem bestimmten Ergebnis oder nach einem Turnier, und sie ist fast immer an dieselbe Bedingung geknüpft: Der Einsatz wird im Erfolg nicht ausgezahlt.
win2day etwa bietet nach einer ersten Einzahlung von mindestens 1 € fünf FreeBets zu je 10 €, also insgesamt 50 €. Sie sind drei Jahre lang nutzbar, gelten nur für Einzelwetten, müssen genau in Höhe des FreeBet-Betrags gesetzt werden und sind nicht auszahlbar. Liegt die Wette richtig, bekommt der Wettkunde den Gewinn ausgezahlt, nicht aber den FreeBet-Einsatz zurück. Liegt sie falsch, ist der FreeBet-Einsatz weg. Bei FreeBet-Wetten ist die Cash-Out-Funktion von win2day deaktiviert; der mögliche Gewinn ergibt sich aus Gesamtquote mal FreeBet-Einsatz abzüglich des FreeBet-Einsatzes.
Das ist die Mechanik, die hinter jeder Bestandskundenaktion steckt: Die FreeBet wird gesetzt, der Einsatz wird riskiert, der Gewinn kommt allein. Wer das versteht, versteht, warum eine FreeBet von 10 € bei einer Quote von 2,00 einen Bruttogewinn von 20 € bringt, von denen der Wettkunde nur 10 € ausgezahlt bekommt.
Wie die Wettgebühr die FreeBet schmälert
Die Wettgebühr trifft auch die FreeBet. Bei einer FreeBet von 10 € und einer Quote von 2,00 ergibt sich ein Bruttogewinn von 20 €, abzüglich FreeBet-Einsatz 10 €, die ausgezahlt werden. Bei einer tipp3-Behandlung der Gebühr werden weitere 5 Prozent vom Gewinn abgezogen, also 0,50 €, sodass 9,50 € ausgezahlt werden. Bei einer Quote von 1,50 sinkt der Bruttogewinn auf 15 €, abzüglich FreeBet-Einsatz 10 € ausgezahlt, abzüglich Gebühr 0,25 €, also 4,75 € ausgezahlt. Bei einer Quote von 3,00 steigt der Bruttogewinn auf 30 €, abzüglich FreeBet-Einsatz 20 € ausgezahlt, abzüglich Gebühr 1 € ausgezahlt, also 19 € ausgezahlt.
Die FreeBet wirkt dadurch weniger großzügig, als sie auf der Werbung klingt. Eine FreeBet von 10 € ist nicht 10 € wert, sondern ein statistischer Mittelwert, der von der Quote und der Gebühr abhängt.
Wie die Margen der Märkte die Aktion schmälern
Die Marge ist der Anteil, den der Buchmacher von jedem Euro Einsatz einbehält. Sie ist in jeder Quote enthalten und sie ist nicht zu sehen, wenn man die Quote nur als Zahl nimmt. Eine Quote von 1,90 / 1,90 für ein Zwei-Wege-Markt wie „über 2,5 Tore“ / „unter 2,5 Tore“ ergibt eine Auszahlungsquote von etwa 95,2 Prozent und eine Marge von etwa 4,8 Prozent. Bei einer Quote von 1,85 / 1,85 sinkt die Auszahlungsquote auf etwa 92,7 Prozent, die Marge steigt auf etwa 7,3 Prozent. Bei einer Quote von 2,00 / 2,00 liegt die Auszahlungsquote bei 100 Prozent (was ein Buchmacher nie anbietet), die Marge wäre null.
In der Praxis liegt die Marge bei populären Märkten wie dem 1X2-Markt großer Fußballligen zwischen drei und sechs Prozent, bei Nischenmärkten und Live-Wetten darüber. Sie ist der Grund, warum ein Wettkunde, der langfristig wettet, verliert, und sie ist der Grund, warum eine Bestandskunden-Aktion den Wettkunden nur dann rettet, wenn er die Quote hoch genug ansetzt.
Für eine Aktion, die an eine Mindestquote gebunden ist, heißt das: Wer bei 1,50 spielt, gibt etwa 4 bis 8 Prozent pro Wette an den Buchmacher ab, bevor er rechnet. Bei 1,80 spielt er gegen etwa 5 bis 9 Prozent. Bei 2,00 spielt er gegen etwa 4 bis 7 Prozent, sofern das Ereignis nicht ausgeglichen ist.
Die zehn Anbieter im Detail
tipp3 — NÖ-Bewilligung, eigene Wettgebühr-Behandlung
tipp3 ist die Sportwettensparte der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft mit Sitz in Wien, bewilligt von der NÖ Landesregierung mit Bescheid vom 10.12.2020 (Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020) auf Grundlage des NÖ Wettgesetzes vom 27.05.2020 (LGBl. Nr. 58/2020). tipp3 nennt die Bewilligung im Impressum, die Bedingungen stehen in der Wettordnung.
Für Bestandskunden relevant ist vor allem die Behandlung der Wettgebühr. tipp3 gibt an, die 5-Prozent-Wettgebühr bei verlorenen Wetten selbst zu tragen, bei gewonnenen Wetten 5 Prozent vom Gewinn abzuziehen. Beispiel aus den Hilfe-Seiten: 10 € Einsatz, Quote 2,00, Bruttogewinn 20 €, Gebühr 1 €, möglicher Gewinn 19 €. Gewinne aus Cash-Outs sowie „ja/nein“- und „alle 7″-Wetten sind vom Abzug ausgenommen.
Die Schutzmechanismen sind eigene Spielpause (1, 3 oder 6 Monate, Guthaben bleibt im Konto) und eigene Selbstsperre (1, 2 oder 3 Jahre, Guthaben wird ausgezahlt), beide nach Beginn nicht aufhebbar. Bargeld über Annahmestellen ist auf 1.000 € pro Woche begrenzt; eingezahltes Guthaben muss einmal vollständig für Sportwetten eingesetzt werden, bevor es ausgezahlt werden kann.
Für Bestandskundenaktionen gilt: Der Anbieter veröffentlicht seine Aktionen auf der eigenen Aktionsseite; sie sind an die Wettordnung gebunden und werden individuell kommuniziert. Wer eine Aktion annimmt, sollte die Wettordnung lesen, weil dort die Frist, die Mindestquote und die zählenden Märkte stehen.
Das Urteil: tipp3 ist der einzige Anbieter in dieser Übersicht, der die Wettgebühr bei verlorenen Wetten selbst trägt. Das verändert die Rechnung jeder Aktion zugunsten des Wettkunden, weil nur Gewinnwetten den 5-Prozent-Abzug tragen. Wer ohnehin vorsichtig wettet und viele Wetten verliert, ist hier besser aufgehoben als bei Anbietern, die die Gebühr anders behandeln.
win2day Sportwetten — NÖ-Bewilligung, fünf FreeBets nach Ersteinzahlung
win2day Sportwetten gehört zur Österreichischen Lotterien Gesellschaft mbH und ist nach der Bewilligung der NÖ Landesregierung auf Grundlage des NÖ Wettgesetzes (LGBl. Nr. 58/2020) tätig; das Angebot unterliegt daher nicht den Bestimmungen des Glücksspielgesetzes und nicht der Aufsicht des BMF/Finanzamt Österreich, wie die Seite Win2day.at selbst schreibt. Das ist die Besonderheit von win2day Sportwetten: Es ist nicht die Lotterie oder das Casino der Österreichischen Lotterien, das unter der Bundes-GSpG-Konzession läuft, sondern ein eigener Sportwettenbereich mit eigener Land-Bewilligung.
Die Bestandskundenaktion, die win2day Sportwetten prominent bewirbt, ist ein Paket aus fünf FreeBets zu je 10 €, insgesamt 50 €, nach einer ersten Einzahlung von mindestens 1 €. Die FreeBets sind drei Jahre nutzbar, gelten nur für Einzelwetten (nicht für Systemwetten), müssen genau in Höhe des FreeBet-Betrags gesetzt werden und sind nicht auszahlbar. Bei FreeBet-Wetten ist die Cash-Out-Funktion deaktiviert.
Das Einzahlungslimit ist altersabhängig: bis 26 Jahre maximal 250 € pro Woche (Freitag bis Donnerstag), ab 26 Jahre maximal 1.680 € pro Kalendermonat, auf Antrag individuell erhöhbar. Gewinne zählen nicht zum Limit. Gewinne werden dem elektronischen Guthaben gutgeschrieben und können vier Wochen lang beansprucht werden, wenn sie nicht gutgeschrieben wurden; Auszahlungen gehen auf das registrierte Bankkonto, Auszahlungsgebühren trägt der Spieler.
Das Urteil: Die FreeBet-Aktion ist im Verhältnis zur Einzahlung (1 €) außergewöhnlich großzügig, im Verhältnis zu den Bedingungen (nur Einzelwetten, kein Cash-Out, kein auszahlbarer Einsatz) eng. Wer das FreeBet-Paket nimmt, spielt fünf Einzelwetten zu Quoten seiner Wahl und nimmt das Risiko, dass der FreeBet-Einsatz bei Verlust weg ist. Wer das FreeBet-Paket nicht nimmt, hat ein normales Konto mit eigenem Einzahlungslimit.
Merkur Bets — Land-Bewilligung ohne Details, Markenstart 2025
Die österreichische Sportwetten-Sparte der Merkur Group, früher Cashpoint Sportwetten mit Sitz in Gerasdorf bei Wien (gegründet 1996), tritt seit Juni 2025 unter der Marke Merkur Bets auf. Das Bewilligung an sich wird vom Anbieter ausgewiesen, das Land und der Bescheid sind nicht veröffentlicht.
Was Merkur Bets für Bestandskunden anbietet, gehört in das normale Programm stationärer und Online-Sportwetten in Österreich. Dazu gehören Quotenboosts auf ausgewählte Events, gelegentliche Cashback-Aktionen auf verlustreiche Wochen und FreeBets, die an bestimmte Ergebnisse gekoppelt sind. Die genauen Bedingungen stehen in der Wettordnung des Anbieters, die vor jeder Aktion aktualisiert wird.
Das Urteil: Wer ohnehin über die Merkur-Terminals wettet und das Konto online führt, bekommt mit Merkur Bets einen Anbieter mit österreichischer Verwurzelung und landesrechtlicher Bewilligung. Wer die Bewilligung prüfen will, findet im Impressum der Marke den Hinweis auf eine Bewilligung, aber nicht das Land und nicht den Bescheid; das ist bei Cashpoint-Nachfolgern üblich und sollte vor einer Kontoeröffnung mit dem jeweiligen Land abgeglichen werden.
Vierklee — Tiroler Bewilligung, Bonus ohne ausgewiesene Bedingungen
Vierklee Wettbüro GmbH betreibt ihren Online-Dienst unter der Bewilligung der Tiroler Landesregierung mit der Zahl IIa.10.065/144-0. Das Land Tirol hat eine der strengeren Wettgesetze in Österreich, und die Bewilligung ist eine der wenigen, die öffentlich mit Aktenzahl ausgewiesen werden.
Neukunden wird auf der Startseite ein Bonus von bis zu 100 € angekündigt. Konkrete Bonusbedingungen, Mindestquote, Frist oder zählende Märkte nennt die Info-Seite nicht; sie sind in den Promotionsbedingungen zu suchen, die in der Fußzeile verlinkt sind.
Das Urteil: Vierklee ist einer der wenigen Anbieter, die ihre Bewilligung mit Aktenzahl veröffentlichen, und das macht die Prüfung einfacher als bei Marken, die das Land nicht nennen. Die Bestandskundenaktionen sind unter „Aktionen“ zu finden, sind aber weniger prominent beworben als die Neukundenaktion. Wer eine Bestandskundenaktion sucht, sollte die Promotionsbedingungen lesen.
Starsportwetten — Bewilligung eines Bundeslandes, ohne Details
Die Starsportwetten-App nennt in der Google-Play-Beschreibung einen Bescheid vom 8. März 2022, mit dem der Starbet24 GmbH die behördliche Bewilligung zur Durchführung von Sportwetten im Internet und in stationären Spielstätten erteilt wurde („behördlich bewilligter Sportwettenanbieter“). Die Bewilligung führt kein Bundesland und keine Bescheidnummer an.
Die App ist auf den österreichischen Markt zugeschnitten, das Wettprogramm umfasst die üblichen Sportarten, und die Bestandskundenaktionen folgen dem Branchenstandard: Quotenboosts, gelegentliche FreeBets, Cashback auf ausgewählte Ligen.
Das Urteil: Starsportwetten ist eine der Marken, die ihre Bewilligung haben, aber nicht transparent kommunizieren. Wer das Konto eröffnet, kann die Bewilligung im Impressum oder in den App-Informationen suchen; fehlt der Hinweis, ist die Bewilligung nicht ohne Rückfrage beim Anbieter zu verifizieren.
Admiral — OÖ-Bewilligung, traditionsreiche Marke
Die ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen gehörte zur Novomatic-Gruppe; gegründet wurde das Unternehmen von Walter Grubmüller, an der Wiener Börse war es von 2001 bis 2006 notiert. Admiral ist eine der ältesten Sportwettenmarken Österreichs, mit einem dichten Netz an Annahmestellen und einer Online-Plattform, die auf der Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz beruht.
Die Bestandskundenaktionen sind Teil des Admiral-Programms: Quotenboosts auf Fußball, Tennis und Eishockey, gelegentliche FreeBets für Stammkunden, Cashback auf ausgewählte Wettscheine. Die genauen Bedingungen sind in der Wettordnung und in den Aktionsseiten zu finden, die ADMIRAL vor jeder Aktion aktualisiert.
Das Urteil: Admiral ist die Adresse für Wettkunden, die das stationäre Netz schätzen und das Online-Konto dazu führen. Die Bestandskundenaktionen sind nicht die größten am Markt, aber sie sind an eine Marke gebunden, die seit Jahrzehnten in Österreich spielt und deren Bewilligung öffentlich dokumentiert ist.
Ybets — Anjouan-Lizenz, hoher Startbonus
Ybets bewirbt als Startbonus 500 Prozent bis 4.000 $ und 400 Freispiele sowie 20 Prozent Cashback auf Verluste. Die Mindesteinzahlung legt der Anbieter nach eigenem Ermessen fest und zeigt sie auf der Webseite an. Ybets hat keine österreichische Bewilligung; die Lizenz, die der Anbieter nennt, ist die von Anjouan (ALSI-202411003-FI1), und sie ist keine österreichische Lizenz.
Für österreichische Wettkunden heißt das: Wer bei Ybets wettet, wettet ohne Aufsicht durch ein österreichisches Land, ohne österreichische Selbstsperre und ohne österreichische Anlaufstelle bei Problemen. Die Bonusbedingungen sind in den Aktionsbedingungen zu finden, die der Anbieter selbst veröffentlicht.
Das Urteil: Der hohe Bonus ist das Lockmittel einer Marke, die auf dem österreichischen Markt nicht bewilligt ist. Wer die Aktion annimmt, spielt außerhalb der österreichischen Landrechte und sollte die Promotionsbedingungen lesen, weil dort die Fristen, die Mindestquoten und die zählenden Märkte stehen, die bei „500 Prozent“ nicht in der Werbung auch nur erwähnt werden.
NEO.bet — Malta-Lizenz, App-Bonus
NEO.bet bewirbt in der App-Beschreibung bei der Ersteinzahlung einen Bonus von bis zu 100 € sowie zusätzlich 25 € Freiwetten nach App-Download und Registrierung. Die konkreten Umsatzbedingungen stehen in den Promotionsbedingungen und sind in der App-Beschreibung nicht genannt. NEO.bet hat keine österreichische Bewilligung; die Lizenz, die der Anbieter nennt, ist die der Malta Gaming Authority, und sie ist keine österreichische Lizenz.
Für österreichische Wettkunden heißt das: Wer bei NEO.bet wettet, wettet ohne Aufsicht durch ein österreichisches Land. Die Malta-Lizenz bringt eine europäische Aufsicht mit sich, aber keine österreichische; die Anlaufstelle bei Problemen ist die MGA, nicht eine Landesregierung.
Das Urteil: NEO.bet ist eine der wenigen Marken ohne österreichische Bewilligung, die in Österreich aktiv um Kunden wirbt. Der Bonus ist solide, aber nicht groß; die Bestandskundenaktionen sind Teil des laufenden Programms, das in den App-Bedingungen und auf der Aktionsseite zu finden ist.
22Bet — Curaçao-Lizenz, breites Wettprogramm
22Bet bietet täglich über 1.000 Veranstaltungen zur Wette an, im Durchschnitt mehr als 30 Markttypen pro Veranstaltung; angenommen werden Einzelwetten, Akkumulatoren, Systeme und Ketten. 22Bet hat keine österreichische Bewilligung; die Lizenz, die der Anbieter nennt, ist die von Curaçao, und sie ist keine österreichische Lizenz.
Das Wettprogramm ist breit, die Bestandskundenaktionen sind Teil des 22Bet-Programms, das unter „Promotion“ zu finden ist. Dazu gehören Quotenboosts, Akkumulator-Boosts, gelegentliche Cashback-Aktionen und ein Loyalitätsprogramm.
Das Urteil: 22Bet ist für Wettkunden interessant, die ein breites Programm und viele Märkte pro Spiel suchen. Die fehlende österreichische Bewilligung ist der Preis, den man dafür zahlt: keine Aufsicht durch ein österreichisches Land, keine österreichische Selbstsperre, keine österreichische Anlaufstelle.
Hahaspin — Lizenzstatus nicht feststellbar, Casino und Sportwetten
Hahaspin bietet Casino und Sportwetten mit gemeinsamem Guthaben, eine mobile App für Android und iOS sowie wöchentlichen Cashback von 10 Prozent der Nettoverluste der Vorwoche. Der Lizenzstatus ist nicht feststellbar; Hahaspin hat keine österreichische Bewilligung.
Für österreichische Wettkunden heißt das: Wer bei Hahaspin wettet, wettet ohne klar erkennbare Lizenz und ohne österreichische Aufsicht. Die Bonusbedingungen sind in den Aktionsbedingungen zu finden.
Das Urteil: Hahaspin ist die schwächste Adresse in dieser Übersicht, was die Nachvollziehbarkeit der Aufsicht angeht. Die Cashback-Aktion ist ein Standardangebot solcher Marken, aber ohne klare Lizenz fehlt jede Anlaufstelle, an die sich ein Wettkunde bei Problemen wenden kann.
Die Rechnung: was eine Quote von 1,90 / 1,90 dem Buchmacher lässt
Die Marge ist der Anteil, den der Buchmacher von jedem Euro Einsatz einbehält, und sie ist das, was eine Aktion am Ende kostet, bevor der Wettkunde überhaupt rechnet. Eine 2-Wege-Wette zu den Quoten 1,90 / 1,90 ist das klassische Beispiel.
Die Auszahlungsquote eines Marktes berechnet sich als 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der einzelnen Quoten. Bei 1,90 und 1,90 ist die Summe der Kehrwerte 1/1,90 + 1/1,90, also etwa 0,5263 + 0,5263, also etwa 1,0526. Die Auszahlungsquote ist 1/1,0526, also etwa 95,0 Prozent. Die Marge ist 100 Prozent minus 95,0 Prozent, also etwa 5,0 Prozent.
Das heißt, von jedem Euro, der auf diesen Markt gesetzt wird, zahlt der Buchmacher im statistischen Mittel etwa 95 Cent zurück und behält etwa 5 Cent. Bei 100 € Einsatz auf jede Seite zahlt er etwa 190 € aus (4 × für die gewinnende Seite) auf 200 € Einsatz, also etwa 95 Prozent. Die Marge bewegt sich je nach Markt und Anbieter: Bei 1,85 / 1,85 steigt sie auf etwa 7,3 Prozent, bei 1,95 / 1,95 sinkt sie auf etwa 2,6 Prozent.
Für die Aktion bedeutet das: Wer eine Bestandskundenaktion mit Mindestquote 1,50 annimmt und die Aktion mit zehn Wetten zu 1,50 umsetzt, gibt bei einer Marge von 6 Prozent etwa 60 Cent pro 10 € Einsatz ab, also etwa 6 € auf 100 € Umsatz. Bei Mindestquote 1,80 sind es bei 8 Prozent Marge etwa 8 € auf 100 € Umsatz. Bei Mindestquote 2,00 sind es bei 7 Prozent Marge etwa 7 € auf 100 € Umsatz. Das ist der statistische Mittelwert, kein garantierter Verlust, aber ein Anhaltspunkt für die Kosten der Aktion.
Worauf Bestandskunden bei Aktionen achten
Eine Bestandskundenaktion steht in der Werbung und steht in den Bedingungen. Beides ist nicht dasselbe.
Die Werbung nennt den Bonus und die Einzahlung. Sie nennt die Frist in Tagen oder Wochen, sie nennt die Mindestquote als Zahl, sie nennt die Märkte, auf die gewettet werden darf. Sie verschweigt die Wettgebühr, sie verschweigt die Marge, sie verschweigt die FreeBet-Mechanik, sie verschweigt den ausgeschlossenen Cash-Out.
Die Bedingungen nennen alles, was die Werbung verschweigt. Sie nennen die Umsatzanforderung im Detail, sie nennen die zählenden Märkte, sie nennen die maximale Einsatzhöhe pro Wette (oft 50 €), sie nennen die ausgeschlossenen Zahlungsmethoden (oft Skrill und Neteller), sie nennen die Frist im Detail.
Wer eine Aktion annimmt, liest die Bedingungen. Wer die Bedingungen liest, prüft vier Punkte: die Umsatzanforderung (Bonus mal Faktor), die Mindestquote (1,50 ist üblich, 1,80 ist streng), die Frist (30 Tage ist üblich, 14 Tage ist eng), die FreeBet-Mechanik (Einsatz ausgezahlt oder nicht).
Wer eine Aktion ablehnt, behält sein Geld und sein Limit. Bei den Anbietern mit Land-Bewilligung ist das eine sinnvolle Wahl, weil das eigene Einzahlungslimit nicht für eine Aktion verbraucht wird. Bei den Anbietern ohne Land-Bewilligung ist das die einzige Wahl mit klarer Aufsicht.
Wettgebühr, FreeBet und Marge im Zusammenspiel
Die drei Kosten einer Bestandskundenaktion sind die Wettgebühr, die FreeBet-Mechanik und die Marge. Sie wirken gleichzeitig.
Bei einer tipp3-Beispielrechnung mit 10 € Einsatz, Quote 2,00, gewonnene Wette: Bruttogewinn 20 €, abzüglich Gebühr (5 Prozent vom Gewinn) 1 €, ausgezahlt 19 €. Bei FreeBet derselben Quote: kein FreeBet-Einsatz ausgezahlt, Bruttogewinn 20 €, abzüglich FreeBet-Einsatz 10 € ausgezahlt, abzüglich Gebühr 0,50 € ausgezahlt, also 9,50 €.
Bei einer Quote von 1,50 verschiebt sich das Verhältnis. Bruttogewinn 15 €, abzüglich FreeBet-Einsatz 10 € ausgezahlt, abzüglich Gebühr 0,25 € ausgezahlt, also 4,75 €. Das ist weniger als die Hälfte des FreeBet-Einsatzes.
Bei einer Quote von 3,00 steigt es. Bruttogewinn 30 €, abzüglich FreeBet-Einsatz 20 € ausgezahlt, abzüglich Gebühr 1 € ausgezahlt, also 19 €. Das ist fast das Doppelte des FreeBet-Einsatzes.
Die Marge kommt on top. Bei 6 Prozent Marge verliert der Wettkunde 6 Cent pro 1 € Einsatz im statistischen Mittel. Bei 1,50 sind das etwa 9 Cent pro 1 € Einsatz, weil der Buchmacher auf beiden Seiten die gleiche Marge nimmt und die Auszahlungsquote bei 1,50 / 1,50 etwa 94 Prozent beträgt. Bei 2,00 / 2,00 liegt sie theoretisch bei 100 Prozent, was ein Buchmacher nie anbietet; realistisch bei 95 Prozent.
Für eine Aktion mit Mindestquote 1,50 und Umsatzfaktor 6 heißt das: 100 € Umsatz × 6 Prozent Marge = 6 € statistischer Verlust. Bei Mindestquote 1,80 sind es 100 € × 8 Prozent = 8 € statistischer Verlust. Bei Mindestquote 2,00 sind es 100 € × 7 Prozent = 7 € statistischer Verlust. Das ist der Preis, den die Aktion statistisch kostet, bevor der Bonus überhaupt ins Spiel kommt.
Wer in Österreich ohne Bewilligung wettet, wettet ohne Aufsicht
Vier der zehn Anbieter in dieser Übersicht arbeiten ohne österreichische Bewilligung. Sie alle werben in Österreich, sie alle akzeptieren österreichische Wettkunden, sie alle bieten Bestandskundenaktionen an. Was sie nicht bieten, ist die Aufsicht eines österreichischen Landes.
Die Aufsicht eines Landes bedeutet: Eine Landesregierung hat den Anbieter geprüft, ihm eine Bewilligung erteilt, eine Aktenzahl vergeben und eine Aufsicht über die Einhaltung der Wettordnung installiert. Wenn etwas schiefgeht, gibt es eine Anlaufstelle. Wenn der Anbieter die Auszahlung verweigert, kann sich der Wettkunde an die Landesregierung wenden. Wenn der Anbieter die Selbstsperre nicht einhält, kann sich der Wettkunde beschweren.
Die Aufsicht einer ausländischen Lizenz bedeutet: Eine ausländische Behörde (in Malta, Curaçao, Anjouan) hat den Anbieter geprüft, aber nicht nach österreichischem Recht. Wenn etwas schiefgeht, gibt es eine Anlaufstelle, aber sie ist nicht österreichisch und sie spricht nicht nach österreichischem Landrecht. Die Sprache, das Recht und die Zuständigkeit sind anders.
Für Bestandskunden heißt das: Eine Bestandskundenaktion bei einem bewilligten Anbieter ist durch das Landrecht gerahmt, eine Bestandskundenaktion bei einem nicht bewilligten Anbieter ist es nicht. Die Aktion selbst kann in beiden Fällen gleich aussehen; der Rahmen ist es, der unterschiedlich ist.
Wie die Tabelle der zehn Anbieter zu lesen ist
Die Tabelle am Anfang dieser Übersicht bietet einen Überblick über die in Österreich vertretenen Wettanbieter und ihren jeweiligen Bewilligungsstatus. Sie dient der Orientierung und der Einordnung der verschiedenen Angebote, unabhängig von einer Empfehlung.
Die Spalte „Österreichische Bewilligung“ sagt, was der Anbieter selbst ausweist. Sie sagt nicht, dass die Bewilligung geprüft ist, sie sagt nicht, dass die Bewilligung aktuell ist, sie sagt nicht, dass die Bewilligung das Land deckt, in dem der Wettkunde sitzt. Sie ist das, was im Impressum steht, und sie ist die Grundlage für jede weitere Prüfung durch den Wettkunden.
Die Spalte „Betreiber / ausgewiesene Lizenz“ sagt, wer hinter dem Anbieter steht und welche Lizenz der Anbieter nennt. Bei den bewilligten Anbietern ist das die Land-Bewilligung, bei den nicht bewilligten Anbietern ist es die ausländische Lizenz, die der Anbieter selbst nennt.
Was die Tabelle nicht zeigt, ist die Aktion selbst. Sie zeigt die Voraussetzung, unter der eine Aktion stattfindet, nicht die Aktion.
Was Bestandskunden in Österreich vom Anbieter erwarten dürfen
Ein bestehender Wettkunde hat drei Erwartungen, die sich aus dem Vertrag ergeben, den er mit dem Anbieter geschlossen hat: eine faire Quote, eine faire Auszahlung, eine faire Behandlung bei Problemen. Die ersten beiden sind technische Fragen, die dritte ist eine Frage der Aufsicht.
Eine faire Quote ist eine Quote, die nicht durch überhöhte Margen auffällt. Bei den bewilligten Anbietern sind die Margen im Hauptmarkt vergleichbar, bei den nicht bewilligten Anbietern sind sie es nicht unbedingt. Wer Quoten vergleicht, vergleicht Margen.
Eine faire Auszahlung ist eine Auszahlung, die ohne unerwartete Gebühren und ohne Verzögerung stattfindet. Bei win2day etwa trägt der Spieler die Auszahlungsgebühren, bei tipp3 gibt es eigene Regeln für Bargeld über Annahmestellen. Die Bedingungen sind im Kleingedruckten zu finden.
Eine faire Behandlung bei Problemen ist eine Behandlung, bei der der Wettkunde eine Anlaufstelle hat. Bei einem bewilligten Anbieter ist das die Landesregierung, bei einem nicht bewilligten Anbieter ist es die ausländische Lizenzbehörde. Welche Anlaufstelle im Ernstfall greift, hängt vom Einzelfall ab.
Wie sich Bestandskunden zwischen den Anbietern entscheiden
Wer zwischen den sechs bewilligten Anbietern und den vier nicht bewilligten wählt, wählt zwischen Aufsicht und Angebot. Die bewilligten Anbieter sind kleiner im Wettprogramm und konservativer in den Quoten, dafür an Land, Aufsicht und Wettordnung gebunden. Die nicht bewilligten Anbieter sind größer im Wettprogramm und aggressiver in den Boni, dafür außerhalb der österreichischen Aufsicht.
Wer zwischen den sechs bewilligten Anbietern wählt, wählt zwischen Quotenboosts, FreeBets und Reload-Boni. Die Auswahl ist kleiner, weil jeder Anbieter seine eigenen Aktionen fährt, aber sie ist vergleichbar, weil die Wettordnungen ähnlich sind.
Wer zwischen den vier nicht bewilligten Anbietern wählt, wählt zwischen Lizenzen aus Malta, Curaçao, Anjouan und „nicht feststellbar“. Die Auswahl ist größer, weil jeder Anbieter ein anderes Programm fährt, aber sie ist weniger vergleichbar, weil jede Lizenz andere Regeln hat.
Die Frage, welcher Anbieter der „beste“ ist, hat keine Antwort, weil die Antwort von der Frage abhängt. Wer Aufsicht will, geht zu einem bewilligten Anbieter. Wer Bonus will, geht zu einem Anbieter mit großem Programm. Wer eine bestimmte Quote sucht, vergleicht.
Häufig gestellte Fragen
Welche Aktionen gibt es für Bestandskunden, und worin unterscheiden sie sich von einem Willkommensbonus?
Bestandskundenaktionen sind Reload-Boni, Cashback-Aktionen, Quotenboosts und FreeBets, die der Anbieter an bestehende Konten vergibt. Sie unterscheiden sich von einem Willkommensbonus durch vier Punkte: Sie sind nicht an die Ersteinzahlung gekoppelt, sie sind meist kleiner, die Mindestquote liegt näher am Marktmittel, die Frist ist oft kürzer. Bei FreeBets aus Bestandskundenaktionen wird der Einsatz im Erfolg nicht ausgezahlt, bei Willkommensboni ist das je nach Anbieter unterschiedlich.
Ist Cashout bei Wetten mit Gratiswette überhaupt möglich?
Bei win2day Sportwetten ist die Cash-Out-Funktion für Wetten, die als FreeBet gespielt werden, deaktiviert. Der mögliche Gewinn ergibt sich aus Gesamtquote mal FreeBet-Einsatz abzüglich des FreeBet-Einsatzes. Bei anderen Anbietern ist die Regelung in der jeweiligen Wettordnung zu prüfen, weil sie nicht einheitlich ist.
Was sind Umsatzbedingungen und Mindestquote, und wie wirken sie auf einen Bonus?
Umsatzbedingungen verlangen, dass der Bonus oder Bonus plus Einzahlung eine bestimmte Anzahl Male zu einer Mindestquote gesetzt wird, bevor er zu auszahlbarem Geld wird. Sechs Mal Bonus ist üblich. Die Mindestquote legt fest, welche Wetten zählen: 1,50 ist üblich, 1,80 ist streng, 2,00 ist für viele Märkte unrealistisch. Wetten unter der Mindestquote zählen nicht zum Umsatz. Wer die Umsatzbedingung nicht in der Frist erfüllt, verliert den Bonus und die bisherigen Umsätze.
Gibt es in Österreich gesetzliche Vorgaben für Sportwetten-Boni?
In Österreich gibt es keine gesetzliche Vorgabe für Sportwetten-Boni. Jede Aktion ist eine eigene Bedingung des Anbieters, die in der Wettordnung steht. Die Bewilligung des Anbieters liegt beim jeweiligen Bundesland; die Aufsicht über die Aktion ist Teil dieser Bewilligung. Wer eine Aktion annimmt, liest die Wettordnung, weil das die einzige Quelle für Umsatz, Mindestquote und Frist ist.
Wie berechnet sich der mögliche Gewinn aus einer Gratiswette, wenn deren Einsatz nicht mit ausgezahlt wird?
Der mögliche Gewinn ist Gesamtquote mal FreeBet-Einsatz abzüglich des FreeBet-Einsatzes. Bei einer FreeBet von 10 € und einer Quote von 2,00 ergibt sich ein Bruttogewinn von 20 €, abzüglich FreeBet-Einsatz 10 €, ausgezahlt 10 €. Bei einer Quote von 3,00 sind es 30 € abzüglich 10 €, ausgezahlt 20 €. Bei einer Quote von 1,50 sind es 15 € abzüglich 10 €, ausgezahlt 5 €. Dazu kommt gegebenenfalls die Wettgebühr, die bei manchen Anbietern 5 Prozent vom Gewinn abzieht.
Bis wann muss eine Bonusaktion genutzt werden, und was geschieht bei Fristablauf?
Die Frist steht in den Promotionsbedingungen der jeweiligen Aktion. Dreißig Tage sind üblich, einzelne Aktionen haben kürzere oder längere Fristen. Bei Fristablauf verfällt der Bonus und der bis dahin geleistete Umsatz, sofern die Aktion nicht innerhalb der Frist vollständig umgesetzt wurde. Wer die Frist nicht einhalten kann, sollte die Aktion nicht annehmen, weil die Auszahlung sonst ausgeschlossen ist.
Bonus – wettenoesterreich
Inhalt erstellt vom Team «wettenoesterreich»
